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Kommentar: Mach’s Maul auf im Lift!

Unsere Redakteurin Julia bekommt Allergie, wenn sich im Lift minutenlang nur peinlich angeschwiegen wird. Sie fordert: Macht endlich wieder euer Maul auf!

Egal ob in der U-Bahn, der S-Bahn, im Aufzug oder eben auch in der Gondel – keiner redet mehr miteinander. Zu cool, zu schüchtern, kein Thema! Studien zufolge sollen aber zum Beispiel in Aufzügen zwei Drittel der Menschen kein einziges Wort mehr sagen. Nicht mal ein einfaches „Hallo“. Dieses unerträgliche Schweigen oder ins Handy glotzen ist einfach nur traurig. So auch in der Gondel: Am schlimmsten sind diejenigen, die sogar die Augen verdrehen, wenn jemand hinzusteigt, oder sie drehen die Musik der BoomBoom-Box noch einen Ticken lauter. Ohne Witz: Ja, wir stehen alle auf fette Beats, die bumsen wie Gina Wild, aber nicht jeder steht auf Sido, Bushido, Kraftklub und wie sie alle heißen. Außerdem ist es furchtbar unhöflich!

Also: Was ist passiert? Hat unsere Gesellschaft verlernt, kommunikativ zu sein? Oder interessieren euch die Menschen neben euch nicht mehr?

Klar ist’s blöd, wenn man gerne vorm nächsten Run noch schnell eine Kippe im Lift durchgezogen hätte, und dann steigt eine Familie mit zwei Kindern hinzu. Aber hey, ist das ein Grund, so böse zu gucken, dass die Kinder im Anschluss Mama fragen, ob der Mann mit dem Bandana über dem Mund zu den Panzerknackern gehört?

Keine Angst: Niemand verlangt, dass ihr während der Gondelfahrt eure Lebensgeschichte erzählt. Ein einfaches Platzmachen, Anlächeln und „Hallo“ reicht schon aus.

Wer weiß, vielleicht ist der Nachbar in der Gondel ein ehemaliger Pro und ihr könnt von ihm einiges lernen. Oder vielleicht sitzt ihr neben eurer großen Liebe. Oder eurem zukünftigen Chef. Stimmts, Wolfgang? Vielleicht erzählt euch jemand eine lustige Liftgeschichte, die euch zum Lachen bringt und für immer in Erinnerung bleibt. So oder so: Türen öffnen sich, wenn ihr miteinander redet.

Noch vor wenigen Jahren hatten wir eine Mords-Gaudi im Bus bei der Heimfahrt vom Berg. Meist schnappte sich einer das Mikrofon vom Busfahrer und erzählte Witze – der Rest teilte übriggebliebene Brotzeit und trank gemeinsam aus einer Flasche Bier. Ob jung oder alt: Jeder unterhielt sich mit jedem und die Busfahrt verging wie im Flug.

Letzte Woche bei der Heimfahrt vom Zillertal saßen alle in ihren Sitzen. Totenstille. Jeder tippte auf seinem Handy oder Tablet. Die Busfahrt von zwei Stunden fühlte sich an wie ein Zwölf-Stunden-Trip nach Portugal. Versteht ihr, was ich meine?

Ein Verhaltensforscher oder Psychologe könnte bestimmt viel genauer als ich auf diese Probleme eingehen und irgendwelche Zahlen, Daten, Fakten liefern. Aber ich appelliere an euren gesunden Menschenverstand: Macht endlich wieder euer Maul auf!

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