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How To & Guides

BASICS: Alles zum Thema Skihelm

Das Thema Skihelm ist ein wichtiges und komplexes. Daher haben wir für euch diese Übersicht erstellt, um alle Informationen dazu auf einen Blick zu haben.

Ein Skihelm schützt bei einem Unfall vor schweren Kopfverletzungen aber leider nicht in jedem Fall! Daher ist es ratsam, dass jeder Skifahrer einen Helm trägt und das nicht nur in Regionen, in denen es Pflicht ist. Auch wenn aus style-technischen Gründen häufig darauf verzichtet wird, sollte doch die Funktion, also der Schutz, des Skihelms über dem Style stehen. Es kennt wohl jeder mindestens ein Beispiel für einen Skiunfall, dessen Konsequenzen vermieden und verringert werden hätten können, wenn ein Skihelm getragen worden wäre. Damit ihr in Zukunft auf der sicheren Seite seid, gibt es in unserem Basic-Guide alle Informationen zum Thema Skihelm.

Ein Skihelm rettet Leben.
Ein Skihelm rettet Leben.

Skihelm-Bauweisen

In-Mold Bauweise

Die In-Mold Bauweise ist die beliebteste Bauweise für Skihelme. Dafür wird das Material EPS in eine dünne vorgeformte Helmschale eingeschäumt. Der ausgehärtete EPS Schaum absorbiert anschließend die Aufprallenergie bei einem Sturz. Der Vorteil dieser Bauweise ist, dass der Helm sehr leicht und somit angenehm zu tragen ist. Ein Nachteil ist jedoch, dass sich der Helm bei einem harten Aufprall verformen oder gar brechen kann.

Hartschalen/Vollschalenkonstruktion

Anders als bei der In-Mold Bauweise wird bei der Vollschalenkonstruktion der EPS Schaum nicht in eine dünne, sondern in eine massive Schale integriert. Diese Konstruktion ist somit sehr robust und der EPS Schaum selbst wird durch die Hartschale von Verformungen geschützt. Diese Konstruktion bietet dem Träger einen hohen Schutz, allerdings ist er auch deutlich schwerer und weißt wenig Komfort auf. Deswegen findet die Hartschalenkonstruktion fast ausschließlich im Race-Bereich Verwendung.

Mischform

Es gibt auch Mischformen zwischen den beiden Konstruktionen, welche versuchen die Vorteile beider Bauweisen zu vereinen und die Nachteile zu eliminieren. Sie sind also ein guter Kompromiss. Meist wird dann im oberen Bereich des Helms eine Hartschalenkonstruktion verwendet, um vor Stößen zu schützen, während die von Stürzen weniger betroffenen Stellen mit einer In-Mold Konstruktion modelliert wurden.

Ganz egal in welcher Situation. Ein Skihelm sollte immer getragen werden.
Ganz egal in welcher Situation. Ein Skihelm sollte immer getragen werden.

Einsatzgebiet

Skihelme bieten vor Allem eines: Schutz. Doch dieser kann mit ein paar anderen Eigenschaften kombiniert werden, sodass es für jedes Einsatzgebiet den perfekten Helm gibt. Fürs Freeriden sind die Helme beispielsweise gut belüftet und etwas leichter, während beim Einsatz im Park mehr Wert auf Design statt Funktionalität in Form von guter Belüftung etc. gelegt wird. Beim Tourengehen muss der Helm extrem leicht und sehr gut belüftet sein. Ein Allmountain/Allround Helm zeichnet sich durch ein bisschen von allem aus und ein Racehelm vor allem durch seine Bauweise.

Passform

Der beste Helm nützt nichts, wenn er nicht passt. Eine perfekte Passform ist daher essenziell. Jeder Helmhersteller und jeder Skihelm hat einen anderen Fit, daher findet wirklich jeder einen passenden Helm, manche schneller, manche nicht so schnell. Der Skihelm sollte angenehm fest auf dem Kopf sitzen, das bedeutet, dass er weder drücken noch komplett lose auf dem Kopf liegen sollte. Ein Anhaltspunkt ist es, den Helm auf den Kopf zu setzten, ohne den Verschluss zu schließen. Der Helm sollte nun schon so gut sitzen, sodass nur noch minimale Anpassungen durch ein Anpassungssystem benötigt werden. Zusätzlich sollte der Helm circa die Hälfte der Stirn des Trägers bedecken, sodass eine passende Schneebrille noch unter den Helm passt. Diese sollte oben mit dem Helm bündig sein und in das Gesicht des Trägers passen.

Ohne den perfekten Fit, ist ein Skihelm nutzlos.
Ohne den perfekten Fit, ist ein Skihelm nutzlos.

Lebensdauer

Ein Skihelm sollte alle 3-5 Jahre erneuert werden. Das Material des Helms wird mit der Zeit nämlich spröde und bietet nicht mehr den gewünschten Schutz. Nach einem schweren Sturz oder einen ordentlichen Stoß (gleiches gilt, wenn der Helm aus einer großen Höhe auf harten Boden fällt), sollte er ebenfalls ausgetauscht werden, denn der EPS Schaum verformt sich in diesem Fall oder kann gar brechen. In diesem Fall ist der gewünschte Schutz ebenfalls nicht mehr gewährleistet. Vorsicht auch vor Aufkleber auf Helmen ( auch GoPro Halterungen), denn diese beeinflussen die Funktion durch die enthaltenen Weichmacher im Klebstoff.

Zusätzliche Sicherheit für den Skihelm – MIPS

Viele Helmmodelle der Hersteller gibt es mittlerweile in zwei verschiedenen Varianten. Eine Variante mit MIPS und eine „Klassische“. MIPS steht für „Multi Directional Impact System“ und ist eine Technologie, die das Tragen von Skihelme noch sicherer macht. Die Firma sitzt in der Nähe von Stockholm in Schweden und bieten ihr Sicherheitssystem den Marken an. Eine Verwendung wird allerdings nur zugelassen, wenn man die auf den Kopf einwirkenden Kräfte bei einem Sturz um mindestens 10 weitere Prozent im hauseigenen Testlabor verringern kann. Dies funktioniert, indem eine frei bewegliche Schale zwischen Kopf und dem EPS Schaum des Helms verbaut wird, die im Falle eines Aufpralls die Rotationskräfte, die auf den Kopf wirken und für zahlreiche ernsthafte Verletzungen verantwortlich sind, reduziert bzw. in lineare Kräfte umwandelt. Der Rest des Helms ist dann für die Absorption der linearen Krafteinwirkung zuständig. Meist ist der Aufpreis für dieses MIPS System nur um die 20 €, die definitiv gut investiert sind. Das MIPS System kommt wird übrigens nicht nur in Skihelmen, sondern beispielsweise auch in Bike-Helmen verbaut. Wir hatten bereits die Möglichkeit, das MIPS Headquarter in Schweden zu besuchen und waren beeindruckt, wieviel Technologie und Forschung hinter einer „einfachen“ Plastikschale“ steckt. Das folgende Video erklärt die Funktionsweise des Systems noch einmal anschaulich.

Skihelm-Normen

Beim Kauf eines Skihelmes ist unbedingt auf die Erfüllung der Norm zu achten. In Europa ist diese Norm die EN 1077. Diese gibt es in zwei Ausführungen. Einer A und einer B Ausführung. Die Variante A bezieht sich dabei auf die Hartschalen/Vollschalenkonstruktion, die Variante B auf Helme mit flexiblen Ohren. Sucht also auf eurem Skihelm nach der Norm CN EN1077 A oder CN EN1077 B.

Preis

Ab circa 100 € sind gute Skihelme der namhaften Hersteller erhältlich, mit MIPS System wird es häufig ein bisschen teurer. Teurere Helme zeichnen sich neben der Verwendung von hochwertigeren Materialien meist auch durch besseres Innenfutter oder ein besseres Lüftungs- und Anpassungssystem aus.

Da ihr nun alles zum Thema Helm und Sicherheit wisst, sollte es eigentlich gar nicht mehr zur Debatte stehen, einen Helm zu tragen oder nicht. Er gehört genauso zu eurer Ausrüstung wie eure Ski oder eure Boots.

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