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Olympische Winterspiele

Athleteninitiative Ski Fossil Free: Nikolai Schirmer reicht Petition gegen fossile Sponsoren beim IOC ein

Ski Fossil Free Petition: Mehr als 20.000 Unterschriften | Wintersport-Athleten fordern Kurswechsel beim IOC

Der Wintersport steht an einem Wendepunkt. Während sich die Welt auf die Olympischen Winterspiele in Mailand–Cortina vorbereitet, verdichten sich wissenschaftliche Erkenntnisse, dass genau diese Spiele in Zukunft immer schwerer durchführbar sein könnten. Steigende Temperaturen, unsichere Schneeverhältnisse und kürzere Winter setzen nicht nur Skigebieten, sondern auch dem internationalen Wettkampfsport massiv zu.

Gleichzeitig wächst der Druck auf Sportverbände, ihre Partnerschaften mit Unternehmen aus der fossilen Energiebranche zu überdenken. Ein sichtbares Zeichen dafür setzte Anfang Februar der norwegische Profi-Freeskier Nikolai Schirmer, der am IOC-Sitz in Mailand eine Petition mit mehr als 20.000 Unterschriften übergab, und damit eine Debatte befeuert, die den Wintersport nachhaltig verändern könnte.

Hier geht’s zur Ski Fossil Free Petition!

 

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Ski Fossil Free: Athletenbewegung fordert Konsequenzen

Die von Schirmer initiierte Kampagne „Ski Fossil Free“ ist eine von Athlet:innen getragene Initiative, die ein klares Ziel verfolgt: Fossile Sponsoren sollen schrittweise aus dem Wintersport verschwinden. Unterstützt wird die Petition von Olympiasieger:innen, Weltmeister:innen, internationalen Profis aus Ski- und Snowboardsport sowie von Outdoor-Marken und Umweltorganisationen wie Protect Our Winters.

Im Zentrum der Kritik steht der Widerspruch zwischen Klimawissenschaft und Sponsoringpraxis: Während fossile Energiekonzerne als Partner von Großevents auftreten, tragen ihre Geschäftsmodelle gleichzeitig zur Erderwärmung bei, und damit zum Verlust von Schnee, Eis und Gletschern.

„Die meisten Energieunternehmen ignorieren die Wissenschaft und investieren weiterhin massiv in die größte Bedrohung für unsere Winter: fossile Brennstoffe, während sie sich gleichzeitig mit Marketingmaßnahmen wie dem Olympia-Sponsoring von ENI ein grünes Image geben. Unser Sport, unsere Athlet:innen, unsere Events und alle, die auf den Winter angewiesen sind, dürfen daran nicht mitschuldig sein. Wir brauchen einen schnellen Ausstieg aus fossilen Energien und den Rückzug aus fossilen Unternehmen. Lasst uns eine bessere Zukunft aufbauen!“ –  Nikolai Schirmer, Initiator der Ski Fossil Free-Petition

 

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Wissenschaft bestätigt: Der Schnee wird zum Risikofaktor

Die Forderungen der Athlet:innen werden durch aktuelle Forschung untermauert. Internationale Studien zeigen, dass der Klimawandel bereits heute spürbare Auswirkungen auf den Wintersport hat, und die Situation sich weiter zuspitzt.

Eine groß angelegte Analyse untersuchte 93 potenzielle Austragungsorte für Olympische Winterspiele, die über bestehende Infrastruktur verfügen. Das Ergebnis ist alarmierend: Bleiben die globalen Emissionen auf dem derzeitigen Niveau, könnte sich die Zahl geeigneter Austragungsorte bis 2050 um mehr als 50 Prozent verringern. Gegen Ende des Jahrhunderts wären sogar zwei Drittel der heutigen Standorte nicht mehr zuverlässig nutzbar. Besonders betroffen sind die Paralympischen Winterspiele, die später im Winter stattfinden und noch stärker auf stabile Schneeverhältnisse angewiesen sind.

Hier geht’s zur POW Studie 

Kürzere Winter, höhere Kosten, mehr Kunstschnee

Auch jenseits der Olympischen Spiele wird der Klimawandel im Skisport längst Realität. Der Weltklimarat IPCC dokumentiert seit Jahren steigende Temperaturen, weniger Schneefall und eine frühere Schneeschmelze, vor allem in Mittel- und Hochgebirgen. Regionen, die früher als schneesicher galten, kämpfen zunehmend mit Saisonverkürzungen und Planungsunsicherheit.

Die Folgen sind deutlich sichtbar:

Skigebiete investieren immer stärker in technische Beschneiung, Rennen werden verschoben oder unter grenzwertigen Bedingungen ausgetragen, und ganze Wettkampfkalender müssen kurzfristig angepasst werden. Für alpine Gemeinden und die Wintersportindustrie bedeutet das wachsende Kosten, wirtschaftliche Risiken und langfristige Unsicherheit.

Ski Fossil Free Petition

Athleten spüren die Krise im Wettkampf

Viele Spitzenathlet:innen berichten, dass sich die Veränderungen längst auf Training und Wettkampf auswirken. Rennen bei Regen, schmale Kunstschneebänder und instabile Untergründe gehören zunehmend zum Alltag. Olympiasiegerin Jessie Diggins beschreibt den Klimawandel nicht als fernes Szenario, sondern als unmittelbare Realität: Saisonverläufe könnten sich innerhalb weniger Tage komplett verändern, verlässliche Trainingsbedingungen seien keine Selbstverständlichkeit mehr.

Diese Erfahrungen teilen Athlet:innen aus nahezu allen Disziplinen, vom alpinen Skisport über Freestyle und Snowboard bis hin zu nordischen Wettbewerben. Für viele von ihnen ist klar: Was im Profisport sichtbar wird, ist ein Frühwarnsignal für den gesamten Wintersport.

Sponsoring-Debatte Ski Fossil Free Petition: Parallelen zum Tabakverbot

Die Initiator:innen von Ski Fossil Free ziehen bewusst Parallelen zur Geschichte der Olympischen Spiele. 1988 wurde Tabakwerbung aus dem olympischen Umfeld verbannt, nachdem die gesundheitlichen Schäden nicht mehr zu leugnen waren. Heute, so argumentieren sie, sei die wissenschaftliche Evidenz beim Klimawandel ebenso eindeutig.

Die Petition fordert das Internationale Olympische Komitee (IOC) und den Internationalen Ski- und Snowboardverband (FIS) auf, spätestens zur Saison 2026/27 einen umfassenden Bericht vorzulegen. Dieser soll die ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen fossiler Sponsorings im Wintersport bewerten, und als Grundlage für zukünftige Entscheidungen dienen.

Wintersport vor einer Richtungsentscheidung

Ob die Olympischen Winterspiele auch in Zukunft noch dort stattfinden können, wo Schnee traditionell zum Alltag gehört, hängt maßgeblich von den Entscheidungen ab, die heute getroffen werden. Wissenschaft und Athlet:innen senden dabei dieselbe Botschaft: Ohne schnelle Emissionsreduktionen und ein Umdenken im System droht dem Wintersport ein grundlegender Wandel.

Die Frage ist nicht mehr, ob sich der Wintersport verändert, sondern wie konsequent Politik, Verbände und Industrie reagieren. Für viele Athlet:innen ist klar: Wer den Winter liebt, muss ihn auch schützen.

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